Selbstwert in den Wechseljahren

Fallbeispiel Claudia: Innen und außen

Claudia, 52, arbeitete als Teamleiterin in einem Verlag. Nach außen erfolgreich, kompetent, gut strukturiert – innerlich fühlte sie sich zunehmend unsicher. Ihr Körper veränderte sich: Gewichtszunahme trotz Sport, die Haut wurde schlaffer, die Haare dünner. In Meetings nahm sie sich zurück, traute sich nicht mehr, ihre Meinung klar zu vertreten. „Vielleicht bin ich zu alt dafür“ oder „Das ist alles zu anstrengend und am Ende sinnlos“, dachte sie öfter.

Früher hatte sie Komplimente bekommen – für ihr Aussehen, ihre Energie, ihre Präsenz. Jetzt fühlte sie sich unsichtbar. Männer schauten nicht mehr hin, jüngere Kolleginnen wurden bevorzugt, selbst ihre erwachsenen Kinder behandelten sie manchmal wie jemanden, der „nicht mehr so ganz mitkommt“. Es war, als wäre ihr Wert an etwas gekoppelt gewesen, das nun verschwand. Das fühlte sich schrecklich an!

In der Partnerschaft spürte sie Distanz. Ihr Mann war beschäftigt mit seiner Karriere, sie fühlte sich nicht mehr begehrt. Sexualität war ein Thema geworden, über das sie nicht sprechen konnte – zu schambehaftet, zu verletzlich, und sie verspürte auch weniger Lust. Also zog sie sich zurück, vermied Nähe, aus Angst, abgelehnt zu werden.

Nachts lag sie wach und fragte sich: Was bleibt, wenn ich nicht mehr jung, attraktiv, leistungsfähig bin? Der Selbstwert, den sie jahrzehntelang aus Bestätigung und äußeren Erfolgen gezogen hatte, bröckelte. Sie funktionierte noch, aber sie spürte sich selbst kaum noch.

Mit einer Hormonersatztherapie ging es ihr wieder besser. Aber einige Fragen blieben zurück, die mit Hormonen nicht zu lösen waren. Damit kam sie zu mir.

Claudia sagt heute: „Ich habe gelernt, dass mein Wert nicht davon abhängt, wie ich aussehe oder wie alt ich bin.“

In der Körperpsychotherapie arbeitest du daran, dich selbst als wertvoll zu erleben: Du kannst lernen, dir deinen Raum zu nehmen, deine Stimme zu nutzen, ohne dich zurückzuhalten, und dich zu zeigen, wie du bist. Viele Frauen berichten, dass sich ihre Haltung verändert: Die Schultern sind nicht mehr hochgezogen, der Atem wird freier, der Blickkontakt fällt leichter. Das Gefühl von Unsichtbarkeit kann sich wandeln in die Erfahrung: Ich bin präsent, ich darf hier sein, ich bin wertvoll – einfach weil ich existiere.

Selbstwert neu definieren

Wir haben zuerst ihren Körper wieder ins Zentrum gerückt – nicht als Problem, sondern als Ort, an dem sie sich selbst begegnen kann. Wenn ich in der Körperpsychotherapie mit dem Körper arbeite, können die Frauen üben, ihre Atmung wahrzunehmen, ihre Haltung zu spüren und die Anspannung in Schultern und Nacken überhaupt zu bemerken. Claudias Körper hatte viel zu sagen – die über Jahre hinweg ignorierte Erschöpfung, aufgestaute und unterdrückte Wut und das schwierige Gefühl, nie genug zu sein.

Auch mit Claudia konnte ich über ihre Glaubenssätze eine Veränderung bahnen. Die Sätze aus ihrer Kindheit „Ich bin nur wertvoll, wenn ich leiste.“ „Ich muss attraktiv sein, um geliebt zu werden.“ konnte Claudia neue formulieren und durfte erleben, dass sie nicht erst etwas „erreichen“ muss, um wertvoll zu sein. Ihr Wert ist da, unabhängig von Leistung, Aussehen oder Bestätigung.

In unseren Sitzungen haben wir auch mit Bewegung gearbeitet. Beispielweise hat sie im Raum Positionen eingenommen – aufrecht stehen, Raum einnehmen und laut sprechen geübt. Diese körperlichen Erfahrungen haben ihr geholfen, sich selbst neu zu erleben: Statt klein und unsichtbar, hat sie sich als präsent und kraftvoll empfunden. Dabei haben wir auch viel gelacht.

Sie hat gelernt, ihre Bedürfnisse zu artikulieren, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Das war anfangs ungewohnt, fast beängstigend bis sie spürte: Je mehr sie sich selbst ernst nimmt, desto mehr nehmen auch andere sie ernst.

Heute steht Claudia anders im Leben. Sie hat ihren Selbstwert von äußeren Faktoren gelöst und weiß wie wertvoll sie ist, allein dadurch, dass sie existiert! Die Wechseljahre wurden für sie zu einer Chance, sich neu zu definieren – authentischer, selbstbestimmter, freier. Das war großartig zu beobachten.

Wenn du wie sie deine Chancen erkennen möchtest, lass uns gemeinsam herausfinden, wie du deinen Selbstwert zurückgewinnen kannst.

Hast du Fragen?

Wenn du spürst, dass dein Selbstwert gerade bröckelt und du Unterstützung brauchst, lass uns in einem kurzen Zoomgespräch sprechen – 15 Minuten reichen oft, um zu klären, was dich bewegt. 

Wir schauen gemeinsam, wo du gerade stehst und welche Schritte jetzt für dich sinnvoll sind. Danach entscheiden wir, ob ein ausführliches Erstgespräch der richtige Anfang ist oder ob du direkt mit einem Paket von 5 Sitzungen starten möchtest. Ich bin für dich da.

Buche jetzt deinen Termin: