Als meine Mutter starb, war ich Anfang dreißig. Plötzlich fühlte ich mich mutterseelenallein – ein Wort, das ich vorher nie wirklich verstanden hatte.
Morgens aufzuwachen wurde zur Qual, weil sofort alles wieder da war: die Leere, ein zähes Grau über allem. Mein Herz raste nachts, während sich tagsüber jede Bewegung total schwer anfühlte. Ich unternahm viel, lenkte mich ab und füllte jeden Tag mit Aktivitäten.
Aber Trauer wartete geduldig – sie ist immer da, wenn man versucht, zur Ruhe zu kommen.
Was ich besonders schlimm fand, waren gut gemeinte Ratschläge. „Die Zeit heilt alle Wunden“ oder „Du bist doch stark“ – solche Sätze machten mich einfach nur wütend. Nur Menschen, die selbst durch dunkle Täler gegangen waren, sagten so etwas nicht. Sie gaben mir Hoffnung, dass man sie durchwandern kann und dort nicht hängen bleiben muss.
Eine erfahrene Therapeutin in Gestalttherapie begleitete mich durch diese sehr schwere Phase, die tatsächlich eine ganz natürliche Reaktion auf Verlust ist: Trauer ist keine Störung, sondern eine Antwort der Seele auf etwas Unerträgliches.
Ich hatte viel Wut darüber, verlassen worden zu sein. Sie hielt mich aktiver, als mich der Angst auszuliefern, nie mehr mit dem Weinen aufhören zu können. Also war ich unbewusst „lieber“ wütend als hilflos. Ich Zeit habe gelernt, alle Gefühle zuzulassen und ihnen Raum zu geben: Ich durfte auch auf meine Mutter wütend sein, während ich dabei total traurig war.
Was mir persönlich geholfen hat
25 Jahre sind seitdem vergangen. Heute kann ich liebevoll an meine Mutter denken und habe gelernt, dass Loslassen nicht bedeutet zu vergessen oder sie zu verraten. Und ich denke, diese Erfahrung hat mich authentisch und nahbar gemacht – genau das spiegeln mir meine Klientinnen wider.
Dein Körper weiß mehr, als dein Verstand gerade fassen kann. Deshalb arbeite ich körperorientiert – weil der Körper Informationen speichert, die sich in Worten manchmal oder sogar ziemlich oft nicht ausdrücken lassen.
Wenn wir ihm zuhören und ihm Raum geben, kann Bewegung die Gefühle in Bewegung bringen, etwas darf fließen, das vielleicht seit Jahren festsitzt. Dein Körper zeigt deine Gefühle ihn dir durch Anspannung, Enge oder eine große Schwere – und kann auch der Weg zur Heilung sein.
In meiner Arbeit verbinde ich Psychotherapie mit Yoga – nicht als zwei getrennte Welten, sondern als natürliche Einheit. Wenn das für dich passt, nutzen neben Atemtechniken auch Bewegungen: Du bewegst dich, um etwas auszuagieren, wir können EMDR dazunehmen, wenn traumatische Bilder dich nicht loslassen, und Hypnose, um dir einen sicheren inneren Ort zu schaffen.
Jeder Mensch trauert anders. Manche brauchen Wochen, andere Jahre. Manche weinen viel, werden wütend, andere erstarren und werden passiv. Und alle Phasen können sich abwechseln.
Es gibt kein Richtig oder Falsch – nur deinen ganz eigenen Weg.
In meiner Begleitung folge ich deinem Tempo und deiner Bereitschaft. Ich biete dir den geschützten Raum, die Methoden und meine Erfahrung als Trauerbegleitung an.
Anders als in klassischen Trauergruppen, wo oft feste Phasenmodelle im Vordergrund stehen, arbeiten wir individuell. Keine vorgegebene Struktur, kein Zeitplan, keine Erwartung, dass du „da und da“ sein solltest. Stattdessen schauen wir gemeinsam, was gerade dran ist.
Vielleicht ist es Wut, Schuld oder eine Erschöpfung davon, so lange stark gewesen zu sein. Alles das darf sein.
Ich begleite dich nicht nur bei Trauer um verstorbene Menschen. Auch der Verlust eines Jobs, einer Partnerschaft, eines Lebenstraums oder der Gesundheit löst Trauer aus. Alles, was dir wichtig war und nicht mehr ist, verdient Raum zum Trauern.
In einem persönlichen Gespräch können wir klären, was du gerade brauchst und wie ich dich unterstützen kann.
Sabine, 58 Jahre
„Nach dem Tod meiner Mutter fühlte ich mich wie in Watte gepackt. Bei Annette durfte ich endlich alles fühlen, ohne dass jemand versucht hat, mich aufzumuntern oder zu trösten. Annettes eigene Geschichte hat mir gezeigt, dass sie es wirklich versteht, wo ich gerade stehe – und dass es einen Weg da durch gibt.“
Klara, 52 Jahre
„Die Trennung hat mich völlig aus der Bahn geworfen. In unseren Gesprächen und durch die Körperarbeit habe ich gespürt, wo ich den Schmerz festhalte. Annette hat mir geholfen, meine Gefühle zu sortieren. Jetzt gehe ich mit viel mehr Klarheit durch meinen Tag, schaffe eine Woche und dann die nächste.“
Elisabeth, 61 Jahre
„Auf einmal war alles gleichzeitig: Die Kinder waren weg, mein Job auch, und die Wechseljahre machten alles noch schwerer. Bei Annette habe ich mich endlich verstanden gefühlt. Sie hat mir keine Lösungen aufgedrückt, sondern mir gezeigt, wie ich selbst wieder Boden unter die Füße bekomme.“
Trauer ist keine Krankheit, sondern ganz natürlich – aber manchmal braucht sie eben Begleitung. Besonders dann, wenn du merkst, dass
Trauerbegleitung ist sinnvoll bei verschiedenen Arten von Verlust: wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, aber auch wenn eine Beziehung endet, ein Job wegbricht, deine Kinder ausziehen, sich deine Gesundheit verändert oder ein Lebenstraum platzt. Sie zeigt sich oft ganz unterschiedlich – als Wut, als Erstarrung, als körperliche Beschwerden, als Schlaflosigkeit oder als Rückzug von allem und allen.
Manche Menschen funktionieren nach außen weiter, fühlen sich aber innerlich leer. Andere brechen zusammen und bewältigen den Alltag kaum noch. Beides ist eine Form von Trauer – und beides darf gesehen werden. Wenn auch du spürst, dass du Unterstützung brauchst, um deine Gefühle zu sortieren, dann ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, dir Hilfe zu suchen.
Trauer braucht meist einfach nur einen sicheren Ort und jemanden, der zuhört.
In der Begleitung geht es nicht darum, die Trauer schnell loszuwerden, sondern ihr Raum zu geben, sie anzuschauen und zu verstehen, was dir die unterschiedlichen Gefühle sagen wollen.
Trauer wohnt nicht nur in deinem Kopf oder deinem Herzen – sie zeigt sich im ganzen Körper:
Manche Menschen spüren eine bleierne Schwere in den Gliedern, als würden sie durch Wasser laufen. Andere erleben Enge in der Brust, als könne die Luft nicht richtig fließen. Und wieder andere haben Schlafstörungen, Herzrasen, Verspannungen oder einen rebellierenden Magen. Der Körper reagiert auf Verlust – und jeder Körper tut das auf seine eigene Weise.
Es gibt Menschen, die körperlich heftig reagieren: Sie weinen viel, zittern, fühlen sich erschöpft bis in die Knochen. Andere spüren fast nichts, sind wie taub oder erstarrt. Beides sind Formen, wie der Körper mit Überforderung umgeht. Manche Trauernde entwickeln Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder andere Symptome, die vorher nicht da waren. Denn der Körper speichert den Schmerz, wenn die Seele ihn nicht verarbeiten kann.
Wie lange die Trauer anhält, ist völlig individuell. Es gibt keine Norm, keinen Zeitplan, keine „richtige“ Zeit zu trauern. Vielleicht brauchst du Monate oder Jahre. Wichtig ist nicht die Dauer, sondern dass die Trauer fließen darf. Denn wenn sie festsitzt – im Körper, in wiederkehrenden Gedanken, in Vermeidung – kann sie zur Last werden.
Körperorientierte Arbeit kann dir helfen, diese Blockaden zu lösen, wenn du deinem Körper erlaubst, sich auszudrücken – durch Bewegung, durch Atem, durch bewusstes Spüren – dann kann er loslassen, was er festgehalten hat. Das ist ein Prozess und er verlangt Geduld, aber er ist möglich. Dein Körper trägt nicht nur den Schmerz, sondern auch die Kraft zur Transformation in sich.
Wenn du spürst, dass dein Selbstwert gerade bröckelt und du Unterstützung brauchst, lass uns in einem kurzen Zoomgespräch sprechen – 15 Minuten reichen oft, um zu klären, was dich bewegt.
Wir schauen gemeinsam, wo du gerade stehst und welche Schritte jetzt für dich sinnvoll sind. Danach entscheiden wir, ob ein ausführliches Erstgespräch der richtige Anfang ist oder ob du direkt mit einem Paket von 5 Sitzungen starten möchtest. Ich bin für dich da.
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