7 Anzeichen, dass du professionelle Hilfe brauchst

Berg, 2 Wanderer, 7 Anzeichen, dass du professionelle Hilfe brauchst Annette Bauer HP Psychotherapie
Es gibt unterschiedliche Anzeichen, dass du professionelle Hilfe brauchen könntest. Ich habe 7 als erste Anhaltspunkte aufgelistet.

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Lass dir doch helfen

Vielleicht fragst du dich schon länger: Brauche ich wirklich Hilfe? Oder sollte ich das allein schaffen? Kann es daran liegen, dass es dir schwerfällt, um Hilfe zu bitten?

Diese Gedanken kennst du vielleicht. Und sie halten dich davon ab, den Schritt zu gehen, den du eigentlich längst spürst. Denn irgendwo tief in dir weißt du: So wie jetzt geht es nicht weiter. Sich Hilfe zu holen, ist keine Schwäche, sondern eine Stärke, den es ist Selbstfürsorge. Es bedeutet, dass du dir selbst wichtig genug bist und dir die Sauerstoffmaske als Erstes aufsetzt, um anderen zu helfen.

Ernest Hemingway hat einmal gesagt: In unseren dunkelsten Momenten brauchen wir keine Lösungen oder Ratschläge. Was wir uns wirklich wünschen, ist einfach menschliche Nähe – eine ruhige Anwesenheit, eine sanfte Berührung. Diese kleinen Gesten sind die Anker, die uns halten, wenn das Leben sich überwältigend anfühlt. Wenn es dir schlecht geht, suchst du nicht nach jemandem, der dich reparieren will – sondern nach einer Hand, die deine hält. Nicht mehr und nicht weniger.

Manchmal reicht es, wenn jemand einfach da ist.

Nicht um dich von deinen Schatten abzulenken oder deinen Schmerz zu übernehmen, sondern um neben dir zu sitzen, während du durch deine inneren Stürme navigierst. Jemand, der das aushalten kann, mal nichts zu tun, und einfach da ist und da bleibt. Diese stille Begleitung erinnert dich daran, dass du nicht allein bist in dieser manchmal beängstigenden Welt. Das zeigt dir: Du bist wertvoll und liebenswert, auch wenn du dich gerade nicht so fühlst.

Doch es gibt Momente, in denen das Gewicht zu schwer wird, um es allein zu tragen – und genau dann ist es wichtig zu erkennen, wann du mehr als nur stille Begleitung brauchst. Hier sind sieben Anzeichen, die zeigen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist.

Anzeichen 1: Du funktionierst nur noch

  • Du stehst morgens auf, erledigst deine Aufgaben, gehst zur Arbeit, kümmerst dich um andere. Von außen läuft alles. Aber innerlich fühlst du dich leer. Es ist, als würdest du auf Autopilot leben. Keine Freude, keine Leichtigkeit, kein echtes Gefühl mehr.
  • Du erledigst, was getan werden muss, aber du lebst nicht wirklich. Du spürst dich kaum noch. Die Dinge, die dir früher Spaß gemacht haben, interessieren dich nicht mehr. Du gehst durch die Bewegungen des Lebens, aber du bist nicht wirklich da.

Das kann mehr als nur eine Phase sein. Vielleicht ist es ein Zeichen dafür, dass dein Nervensystem überlastet ist. Weil du so lange durchgehalten hast, dass nichts mehr übrig ist. Funktionieren allein reicht nicht – du darfst auch Freude am Leben haben!

Anzeichen 2: Dein Körper rebelliert

  • Verspannungen im Nacken, die nicht weggehen, Rückenschmerzen ohne klare Ursache, Schlafstörungen, obwohl du erschöpft bist oder Magenbeschwerden, Herzrasen, Schwindel. Du warst bei Ärzten, sie haben dich untersucht – und nichts Organisches gefunden.
  • Dein Körper zeigt dir seit Wochen oder Monaten, dass etwas nicht stimmt. Aber weil die Ärzte nichts finden, denkst du vielleicht: „Ich bilde mir das nur ein.“ Nein, das tust du nicht. Dein Körper lügt nicht und zeigt dir, was dein Kopf noch nicht formulieren kann. Vielleicht bist du jetzt bereit dazu?

In der Körperpsychotherapie fühlst du genau da hin. Du kannst lernen, wie dein Körper Stress, alte Gefühle und unverarbeitete Erfahrungen abspeichert. Wenn du versuchst, das nur im Kopf zu lösen, hast du nicht alle Informationen, die du benötigst. Das macht dein Körper so lange, bis du ihm endlich zuhörst. Er braucht deine Unterstützung, Hege und Pflege, um geschmeidig zu bleiben und dir von Nutzen zu sein.

Anzeichen 3: Alte Muster wiederholen sich

  • Immer wieder die gleichen Konflikte und Beziehungsdynamiken. Immer wieder ähnliche Situationen, in denen du dich klein, übersehen oder nicht genug empfindest. Du erkennst es und weißt, dass du da raus willst – aber schaffst es nicht ohne Unterstützung.
  • Vielleicht hast du es versucht und Bücher gelesen oder Podcasts gehört. Dann hast du dir immer wieder vorgenommen, es diesmal anders zu machen. Und trotzdem ist es wieder passiert, die Kommunikation lief schief und du hast dich unwohl gefühlt oder warst frustriert vom Ergebnis: Es liegt nicht daran, dass du schwach bist oder es nicht genug willst, sondern an unbewussten Mustern. Sie sitzen tief, sind oft aus der Kindheit, und brauchen bewusste Arbeit, um sich zu verändern.

Systemische Therapie und Körperpsychotherapie können dir helfen, diese Muster zu erkennen und zu durchbrechen. Nicht durch Willenskraft, sondern durch Verstehen und neue Erfahrungen.

Anzeichen 4: Du ziehst dich zurück

  • Du gehst nicht mehr ans Telefon, wenn Freundinnen anrufen, sagst Treffen ab, weil du keine Energie hast und ziehst dich zurück, auch von Menschen, die dir eigentlich guttun. Die Isolation fühlt sich sicherer an – auch wenn sie dich einsamer macht.
  • Vielleicht denkst du, sie verstehen dich eh nicht, oder du möchtest niemanden „belasten“. Doch eigentlich weißt du, dass dein Rückzug es macht nicht besser macht, sondern einsamer, schwerer, dunkler.

Rückzug kann ein Zeichen für Depression oder die Folge von Trauma sein. Wenn du merkst, dass du dich immer mehr zurückziehst, ist das ein mögliches Signal, dass es Zeit ist, dir Unterstützung zu holen. Du musst das nicht allein durchstehen.

Anzeichen 5: Gefühle überwältigen dich

  • Plötzlich steigt Wut auf, so heftig, dass du selbst erschrickst. Oder Trauer kommt in Wellen, ohne dass du genau weißt, warum. Oder Angst überrollt dich – Panikattacken, Herzrasen, das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.
  • Du versuchst, die Gefühle unter Kontrolle zu halten, aber sie sind stärker als du. Sie kommen, wann sie wollen, und du fühlst dich ihnen ausgeliefert. Das ist erschöpfend. Und es zeigt dir: Dein Nervensystem ist überlastet.

In der Therapie lernst du, diese Gefühle nicht zu unterdrücken, sondern sie zuzulassen, ohne von ihnen überwältigt zu werden. Du lernst, dein Nervensystem zu regulieren, Gefühle Raum zu geben und sie zu integrieren, damit du wieder handlungsfähig wirst.

Anzeichen 6: Du hast schon alles versucht

  • Du hast Bücher gelesen, Podcasts gehört, Yoga praktiziert, meditiert. Du hast dich informiert, du Atemübungen gemacht und alles versucht, was du selbst tun kannst. Und es hilft – ein bisschen, für den Moment – und dann ist alles wieder da.
  • Das liegt nicht daran, dass du es falsch machst. Selbsthilfe ist wunderbar und wichtig, hat aber auch Grenzen. Denn manche Themen rühren zu tief, sind komplex oder zu alt, um sie allein zu bearbeiten. Auch brauchen manche Wunden einen geschützten Raum und eine professionelle Begleitung, die mit dir gemeinsam draufschaut.

Wenn du merkst, dass Selbsthilfe nicht mehr reicht, ist das kein Versagen und du machst nichts falsch. Es ist vielleicht der Moment, in dem du bereit bist für den nächsten Schritt.

Anzeichen 7: Dein Umfeld macht sich Sorgen

  • Dein Partner sagt: „Du bist so dünn geworden.“ Oder: „Du schläfst so schlecht.“
  • Deine Kinder fragen: „Mama, geht’s dir gut?“ Freundinnen sagen vorsichtig: „Vielleicht solltest du mal mit jemandem reden.“

Du wehrst ab und antwortest, es sein nur gerade etwas stressig. Aber tief drinnen weißt du, dass sie recht haben. Von außen sieht man oft klarer, was innen vor sich geht. Wenn Menschen, die dich lieben, sich Sorgen machen, ist kann das ein Signal sein, das du ernst nehmen darfst. Und Therapeut*innen haben auch nochmal andere Tools und helfen dir, mit anderen Perspektiven auf das Thema zu schauen.

Du bist nicht allein

Wenn du dich in drei oder mehr dieser Anzeichen wiedererkennst, bist du nicht allein. Viele Frauen, besonders zwischen 45 und 65, erleben genau das. In Umbruchphasen – wenn die Kinder ausziehen, wenn sich der Körper in den Wechseljahren verändert, nach einer Trennung, im Beruf – kommen oft alte Themen hoch. Themen, die du jahrelang verdrängt hast, weil du funktionieren musstest. Und jetzt darfst du dir mal dabei helfen lassen!

Was professionelle Hilfe bedeutet

Professionelle Hilfe bedeutet nicht, dass du schwach bist. Es ist ein geschützter Raum, in dem du nicht allein bist mit dem, was dich belastet, und mit jemandem, der dir zuhört, ohne zu bewerten. Hier musst du nicht funktionieren, sondern darfst einfach sein. Wir arbeiten mit deinem Körper, deiner Atmung, deinen Gefühlen und gehen dorthin, wo Worte manchmal nicht ausreichen. Wir nutzen Methoden wie EMDR, Hypnotherapie, systemische Aufstellungen – je nachdem, was du brauchst.

Das ersetzt nicht deine Selbsthilfe. Der Yoga, die Atemübungen, die Meditation – all das bleibt wichtig. Aber die Therapie geht parallel dazu tiefer und hilft dir, nochmal anders die Wurzeln deiner Schwierigkeiten zu bearbeiten.

In einem kurzen Zoomgespräch von 15 Minuten kannst du mir erzählen, was dich gerade bewegt. Wir schauen gemeinsam, wo du stehst und welche Unterstützung du brauchst. Oft reicht schon dieses Gespräch, um Klarheit zu bekommen und den ersten Schritt zu gehen.

Wenn du Fragen hast, buche gern für einen Austausch mit mir einen kostenlosen Zoomcall. Jetzt buchen!

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Über mich
Annette Bauer HP Psychotherapie Coaching Xperience Portrait
Hallo, ich bin Annette
Ich bin Berlinerin und war 25 Jahre als Layouterin und Redak­teurin tätig. In den letzten Jahren im Job war ich kurz vorm Burnout und wurde dann ent­lassen. Auch privat habe ich Schick­sals­schläge erleben müssen.

Dabei hilft mir seit über 30 Jahren unter anderem eine regelmäßige Yoga-Praxis.

Andere Menschen begleite ich als Heil­prakti­kerin mit einer ressour­cenorien­tiert, systemisch oder mit einer Trauma­therapie.
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