Wie wirken EMDR & Hypnose?

Spirale, Hypnose EMDR Coaching Xperience Annette Bauer
Dein Unterbewusstsein ist dein bester & hilfreichster Freund. In einer Hypnose oder über EMDR gehst du in Kontakt und entdeckst Lösungen.

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Manche Menschen denken bei Hypnose, sie würden willenlos dem Hypnotiseur ausgeliefert sein. So wurde es früher in Show-Hypnosen dargestellt, hat aber nicht viel mit dem therapeutischen Einsatz dieser Technik zu tun. Wie es dazu kam und warum Hypnose und EMDR so sinnvoll in der Therapie sind, stelle ich heute vor.

Die Ursprünge

Die Geschichte der Hypnose reicht weit zurück in alten Kulturen wie der ägyptischen, griechischen und indischen Zivilisation. Dort wurde sie in verschiedenen Formen angewendet, um Heilung und spirituelle Erleuchtung zu erreichen. Die moderne Hypnose, wie wir sie heute kennen, wurde erst im 18. Jahrhundert durch den österreichischen Arzt Franz Anton Mesmer populär gemacht. Er glaubte an die Existenz eines unsichtbaren „animalischen Magnetismus“, der Heilung durch Berührung und suggestive Techniken bewirken könne. Obwohl Mesmers Ideen von der wissenschaftlichen Gemeinschaft weitgehend abgelehnt wurden, waren er und seine Methode sehr populär. Er legte gewissermaßen den Grundstein für die Entwicklung der modernen Hypnotherapie.

Natürlich gab und gibt es immer noch die Show-Hypnose, die in Komödien und Varietéshows zu sehen sind. Doch wurde Hypnose auch Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich durch Schulen wie die in Nancy (Liébeault, Bernheim) und Paris (Charcot) erforscht und zu ernsthaften Zwecken eingesetzt. Und auch Freud wurde 1885 von Charcot in der Hypnose ausgebildet und brachte sie mit nach Wien. Die Integration von Hypnose in gängige Therapieverfahren setzte dann ein, als medizinische Fachleute begannen, die hypnotischen Techniken für therapeutische Zwecke zu nutzen.

Namensgebung & Trance-Zustände

Einer der Pioniere auf diesem Gebiet war der schottische Chirurg James Braid: 1843 prägte er erstmals den Begriff „Hypnose“ (vom griechischen „hýpnos“ für Schlaf) und war damit der Begründer der modernen Forschung dieses Fachgebietes. Er definierte diesen Zustand als fokussierte Aufmerksamkeit und erhöhter suggestible Reaktion: In einem hypnotischen oder tranceähnlichen Zustand ist das Unterbewusstsein des Klienten besonders empfänglich für Vorschläge (Suggestionen), was bedeutet, dass er oder sie leichter neue Ideen, Gedanken oder Verhaltensweisen akzeptiert und annimmt.

ieser Trance-Zustand, der währenddessen erreicht wird, ist ein faszinierendes Phänomen, das oft missverstanden wird. Es bedeutet nicht, dass der Klient die Kontrolle abgibt und manipuliert wird.

Der Trance-Zustand ähnelt einem Zustand intensiver Meditation oder Tragträumerei, in dem der Klient vollkommen in seine inneren Erfahrungen eintaucht. Obwohl der Klient in einem Trance-Zustand äußerlich entspannt wirkt, ist sein Geist dennoch wachsam und aufmerksam, und er behält die Kontrolle über sein Verhalten und seine Handlungen.

Braid erkannte das Potenzial als wirksames Werkzeug zur Schmerzlinderung und führte sie erfolgreich in der chirurgischen Praxis ein. Und es musste etwas dran sein: Seine Operationen waren erfolgreicher als die anderer Chirurgen und die Patienten überstanden die Eingriffe besser. Seine Arbeit legte den Grundstein für die klinische Anwendung in der modernen Medizin und Psychotherapie.

Die Lösung liegt in dir

Während der Trance können ungesunde Denkmuster und Verhaltensweisen identifiziert und transformiert werden. Der Trance-Zustand bietet einen sicheren Raum, in dem Klient*innen innere Konflikte erkunden und lösen können, ohne von äußeren Ablenkungen beeinträchtigt zu werden. Vielleicht kämpfst du schon lange mit einer hartnäckigen Angst oder einem ungesunden Verhaltensmuster. Eingebettet in eine Therapie können wir Hypnose ausprobieren, um deine inneren Blockaden zu lösen, neue, gesunde Denkmuster zu etablieren und vielleicht auch deine Ängste zu überwinden. Einen Versuch ist es wert!

Was ist EMDR?

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine neuere Therapiemethode, die sich auf die Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen konzentriert. Durch eine Kombination aus Augenbewegungen und therapeutischen Interventionen hilft dir diese Technik dabei, belastende Erinnerungen zu entschärfen und positive Veränderungen im Denken, Fühlen und Verhalten zu ermöglichen. EMDR ermöglicht den Kontakt zu traumatischen Erlebnissen, spricht aber die Erlebnisse nicht direkt und nicht unvorbereitet an. Dabei wird die Aufmerksamkeit geteilt, das Gehirn zur Verarbeitung an der Erinnerung angeregt, ohne dass die Erfahrung emotional erneut durchlebt werden muss.

Diese Technik wurde in den späten 1980er Jahren von der amerikanischen Psychologin Dr. Francine Shapiro entwickelt. Die Idee kam ihr, als sie bemerkte, dass ihre eigenen Augenbewegungen dazu beitrugen, belastende Gedanken und Emotionen zu verarbeiten. Inspiriert von dieser Entdeckung begann sie, eine Methode zu entwickeln, die auf der gezielten Stimulation der Augenbewegungen basierte, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und positive Veränderungen herbeizuführen. Ihre bahnbrechende Arbeit führte zur Entwicklung von EMDR als wirksame Therapiemethode zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und anderen traumabedingten Störungen.

EMDR in der Psychotherapie

Seit ihrer Entstehung hat sich EMDR zu einer anerkannten Therapiemethode in der Psychotherapie entwickelt. Durch zahlreiche Studien und Forschungsarbeiten wurde die Wirksamkeit von EMDR nachgewiesen. Die Technik hat sich als äußerst effektiv erwiesen und wird sowohl in der Einzel- als auch in der Gruppentherapie eingesetzt.

Obwohl EMDR eine wirksame Therapiemethode ist, die vielen Menschen geholfen hat, ihre traumatischen Erlebnisse zu überwinden, ist es wichtig zu beachten, dass sie nicht für jeden geeignet ist. Ein ausgebildeter Psychotherapeut ist in der Lage, die Bedürfnisse und spezifischen Probleme jedes Einzelnen zu berücksichtigen und die Therapie entsprechend anzupassen. Darüber hinaus ermöglicht eine professionelle Begleitung die Gewährleistung eines sicheren und unterstützenden Umfelds während des gesamten Therapieprozesses. Während einige Übungen und Techniken von EMDR möglicherweise auch alleine zu Hause durchgeführt werden können, ist die therapeutische Anwendung von EMDR ein komplexer Prozess, der in einer Psychotherapie eingebettet sein sollte.

Sprich mit deinem Unterbewusstsein

Trotz ihrer unterschiedlichen Herangehensweisen haben beide Techniken einige Gemeinsamkeiten. Sie zielen darauf ab, das Unterbewusstsein zu beeinflussen und positive Veränderungen herbeizuführen. Während EMDR sich auf die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen konzentriert, ermöglicht Hypnose einen direkten Zugang zu den tiefsten Schichten des Geistes.

Während EMDR oft bei der Behandlung von PTSD eingesetzt wird, kann Hypnose auch bei der Bewältigung von Phobien oder der Steigerung des Selbstbewusstseins hilfreich sein. Beide decken die Palette von PTBS und Angststörungen bis hin zu Depressionen und Suchterkrankungen ab.

Beide Techniken zielen darauf ab, das Unterbewusstsein des Klienten zu erreichen und positive Veränderungen auf einer tieferen Ebene herbeizuführen. Sie bieten einen Zugang zu den tiefsten Schichten des Geistes, wo traumatische Erinnerungen und ungesunde Denkmuster verankert sein können. Durch gezielte Interventionen des Therapeuten können diese Muster bearbeitet und transformiert werden, um Heilung und persönliches Wachstum zu ermöglichen. Beides sind ressourcenorientierte Ansätze, die darauf abzielen, die inneren Stärken und Kraftquellen des Klienten zu aktivieren und zu stärken.

Unterschiede

  • EMDR konzentriert sich speziell auf die Nutzung bilateraler Stimulation (die Gehirnhälften werden unterschiedlich angeregt), um eine Ausgewogenheit zwischen beiden Gehirnhälften herzustellen. Dazu nutzt die Therapeutin zum Beispiel Augenbewegungen oder Klopfen (Tapping). Dabei wird der Klient aufgefordert, sich auf belastende Gedanken und Gefühle zu konzentrieren, während gleichzeitig die Augen einem Stift oder ihrem Finger von links nach rechts und umgekehrt folgen.
  • Im Gegensatz dazu nutzt die Hypnose eine tranceähnliche Entspannung, um das Unterbewusstsein des Klienten zu erreichen. Während der Hypnose werden positive Suggestionen gemacht, um ungesunde Denkmuster zu verändern und neue Verhaltensweisen zu etablieren.

Wo die Grenzen liegen

Beide Techniken können also dazu beitragen, belastende Erinnerungen zu verarbeiten, Ängste zu überwinden und das Selbstbewusstsein zu stärken. Trotz ihrer Wirksamkeit haben sie Grenzen: Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf diese Techniken, manche können damit nichts anfangen. Ein gewisses Maß an Vorstellungskraft ist hilfreich, doch nicht jede*r verfügt darüber. Und nicht zu vergessen, dass Dinge hochkommen können, die zusätzliche therapeutische Interventionen erfordern.

Wenn du bereit bist, deine inneren Dämonen zu konfrontieren und positive Veränderungen in deinem Leben herbeizuführen, dann könnte EMDR und Hypnose genau das sein, wonach du gesucht hast.

Hast du Fragen oder Anregungen? Schreib mir gern etwas in den Kommentar oder buche einen kostenlosen Zoomcall. Jetzt buchen!

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Über mich
Annette Bauer HP Psychotherapie Coaching Xperience Portrait
Hallo, ich bin Annette
Ich bin Berlinerin und war 25 Jahre als Layouterin und Redak­teurin tätig. In den letzten Jahren im Job war ich kurz vorm Burnout und wurde dann ent­lassen. Auch privat habe ich Schick­sals­schläge erleben müssen.

Dabei hilft mir seit über 30 Jahren unter anderem eine regelmäßige Yoga-Praxis.

Andere Menschen begleite ich als Heil­prakti­kerin mit einer ressour­cenorien­tiert, systemisch oder mit einer Trauma­therapie.
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